Es gibt ganz große Modellbahnen für den Garten und ganz kleine für den heimischen Tisch. Jede Größe bietet Vor- und Nachteile, Platzverbrauch konkurriert mit Detail-Genauigkeit. Die Größe bestimmt oft die Machbarkeit, auch was die Kosten betrifft. 

Einige verbreitete Modellbahngrößen - von oben nach unten sind dies Z, N, TT, H0, 0 und 1. (Foto: Attenhauser)Die Spurweite beschreibt den Abstand der Innenkanten der beiden Schienenköpfe eines Gleises. Die Größe 0 ist demzufolge etwa halb so groß wie die Größe H0, diese Bezeichnung steht für Halb-Null. 

Die Regelspurweite im mitteleuropäischen Bahnnetz beträgt 1435 Millimeter. Diese wahrscheinlich weltweit meist genutzte Spurweite wird oft Normalspur genannt. Daneben gibt es viele Schmalspurbahnen und Industriebahnen mit unterschiedlichen Spurweiten.

Bei der Modellbahn unterscheiden sich gelegentlich auch die Spurkranz-Größen. Das sind die Wulste an Rädern, die verhindern, dass ein Waggon nach außen über den Schienenkopf rutscht. Möglicherweise haben jahrzehntealte Modelle höhere Spurkranzhöhen, die das Fahren über aktuellere Modellbahnweichen erschweren. Auch ist beispielsweise ein Märklin-Metallgleis aus den 60er-Jahren, das M-Gleis, anders konstruiert als ein moderneres Gleis des gleichen oder eines anderen Modellbahnherstellers.

rwf Spurkranz b 1 4Der Spurkranz hält den Waggon im Gleis. (Foto: Attenhauser)Wer eine Modellbahn bauen will, muss sich über seine gewünschte Spurweite klar werden. Eine große Spur benötigt mehr Platz. Derjenige hat Vorteile, der nicht alles darstellen möchte. Ein Ausschnitt statt eines riesigen Bahnhofes macht auch sehr viel Spaß. Statt einer zweigleisigen Strecke mit Großstadtbahnhof und einem weitschweifigen Industriegebiet geht es gut einige Nummern kleiner. Ein Erfahrungswert: Wer sich auf ein kleineres Stück beschränkt, der legt eher los und hat früher Spaß an Basteleien und Technik. Genormte Module oder eigene Segmente lassen sich beliebig erweitern oder austauschen. So kann der Modellbauer Epochen und Regionen ausprobieren, seiner Phantasie freien Raum lassen, und muss sich nicht an das Thema der einen, großen, raumübergreifenden Anlage anpassen. Nebenbei bemerkt: Wer Modul an Modul reiht, für den stellen Zimmertüren kein Hindernis mehr dar.

Ich bin überzeugt: Wer ein 50 Zentimeter langes und 30 Zentimeter tiefes Teilstück bastelt, der kommt eher zu einer großen Anlage als derjenige, der Jahrzehnte mit Tagträumen und Planungen verbringt. Besser mit einigen kleinen Dingen, einer Lok und wenigen Waggons und Schienen zu beginnen, als jahrelang Gleisplanliteratur zu studieren und auf das große Ding irgendwann in ferner Zukunft zu warten.

Die Tabelle zeigt einen Maßstab-Vergleich verbreiteter Modellbahn-Größen (Bezeichnung, europäischer Maßstab, Spurweite Normalspur):  

Größe Maßstab Spurweite
1 1:32 45 mm
0 1:45 32 mm
H0 1:87 16,5 mm
TT 1:120 12 mm
N 1:160 9 mm
Z 1:220 6,5 mm