Heimvorteil - der Eisenbahnkurier im Dezember 2020

Das Altenheim gefällt. Wirklich. Da ist nix dran auszusetzen. Gut gepflegt, durchdacht, der Sache angemessen und perfekt umgesetzt. „Einmal nach Altenheim bitte …“ ist eine dreiseitige Betrachtung einer Schüleranlage, eines H0m-Dioramas. Ein Bahnhofs-Häuschen, davor ein kleiner Triebwagen, Feldweg, Figuren, viel Landschaft und Details als Hingucker.  Klein aber fein gemacht – das gilt für die Anlage wie für die Umsetzung in der Dezember-2020-Ausgabe des Eisenbahnkuriers. Der Artikel wirkt wie ein Kontrapunkt zu Hightech-Offensive der Hersteller rollenden Materials. Gegen immer detaillierte Modelle ist zwar nichts auszusetzen, aber so ein Projekt dient zum Durchschnaufen, die Details hier wirken selbst erdacht. Diese dienen allein dem Vergnügen des Betrachters. „Einmal nach Altenheim bitte …“ – gerne und in aller Gelassenheit.

Etwas seltsam erscheinen stets absolut „realitätsnah“ ausgelegte Anlagen mit einem hohen Aufwand bei der Landschafts- und Ortsgestaltung. Da steckt wirklich Arbeit dahinter – und dann: wie aus dem Ei gepellte Lokomotiven. Das fällt vor allem bei Riesenanlagen mit vielen Fahrzeugen auf. Die Schienen haben Rostfarbe, die Loks und Wagen wissen nicht mal, was Patina bedeutet. Bei einem Fahrzeug mag das noch in Ordnung sein, bei 20 sieht es eher aus wie die Schauanlage eines Händlers. Das Ganze wirkt dann so gar nicht mehr realitätsnah. Die gezeigte H0-Heimanlage der Epoche IV ist ein Musterbeispiel dafür.

Gut gefiel der „Stille Winkel“, ein Beitrag über ein TT-Regal-Diorama. Von wegen still: Text und Fotostrecke zeigen Möglichkeiten und Umsetzung auf. Aufgefallen ist der Beitrag über neue Airbrush-Technik – der Artikel soll wohl etwas die Unsicherheit von Interessenten mindern. Ok.

Automatische Kupplungen, Eisenbahn-Historisches über US-Beuteloks und die Foto-Reihe Einst&Jetzt sowie ein Bahnreport aus Japan finden sich im Vorbild-Teil.

Robert Attenhauser


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